Denise als Buchcharakter in der Firebird-Reihe

Beim Lesen von Büchern finde ich mich selbst immer wieder in der Situation, dass ich darüber nachdenke wie ich in die Geschichte passe. Wie wäre das Leben, wenn ich Teil dieser Welt wäre. Kennt ihr das?
Und deshalb ist dieser Beitrag entstanden. Es ist quasi ein kleines Experiment.


Ich habe mir die Firebird-Reihe her genommen, weil ich von dieser so begeistert bin. Das Konzept dahinter spricht mich so an, dass ich jetzt noch - nachdem ich den ersten Teil vor über einem Jahr gelesen habe - über diese Bücher nachdenke.


Es ist alles weitere natürlich ohne Spoiler zur Handlung der Reihe.



Ich stolpere.
Da spüre ich eine Hand unter meinem Ellbogen die mich vor einem Sturz bewahrt. 
"Achtung! Selbst auf ebenen Wegen bist du tollpatschig.", sagt eine bekannte Stimme. Ich kann regelrecht hören, wie sich ihre Augen verdrehen.

"Hoppla.", erwidere ich und schaue mich um. Mir brennt die Sonne in den Nacken und das weiße riesige Etwas das ich an habe, klebt mir am Körper. Ist das ein Leintuch? Nun ja wohl nicht wirklich ein Leintuch, doch das was ich hier anhabe ist togaartig um mich gewickelt. Dazwischen spüre ich das Gewicht des Firebirds um meinen Hals.
Wo zum Teufel bin ich hier gelandet? Ich stand doch gerade eben noch neben der schlafenden Marguerite?

Marguerite hat mir erklärt was der Firebird ist und wie er funktioniert, nachdem ich die Kette mit ihm um ihren Hals bemerkt habe. Sie war erstaunt, denn normalerweise sehen ihn Menschen nicht, wenn sie nicht explizit nach ihm suchen. Doch was Marguerite nicht weiß ist, dass ich sie und Theo einmal belauscht habe wie sie über das Springen in andere Dimensionen gesprochen haben. Seitdem möchte ich mehr darüber wissen.
Marguerite wollte es mich nicht ausprobieren lassen, sie meinte es wäre zu gefährlich. So ein Blödsinn. Warum sollte nur sie in andere Dimensionen blicken können und sehen wie unsere Leben so aussehen könnten?
Also habe ich gewartet bis sie schläft und mir den Firebird geschnappt. Doch jetzt? Wo bin ich hier?

Wir gehen auf einen großen Fluss zu und schon drückt mir meine Begleitung einen großen Tonkrug in die Hände. "Hier, füll auf und stolper nicht beim Rückweg, sonst kannst du alleine nochmal zurückgehen um Wasser zu holen." 
Ich nehme den riesigen Tonkrug der im leeren Zustand schon nicht so leicht ist entgegen, beuge mich über das Ufer und tauche ihn ins Wasser. Ich starre wie versteinert auf mein Spiegelbild. Meine dunkelblonden langen Locken sind verschwunden und stattdessen sehe ich schwarze glatte schulterlange Haare die mein Gesicht umranden. Und irgendjemand hat einen richtig übertriebenen Lidstrich um meine Augen gemalt. Ein gold-schwarzes Band ziert meine Haare. Ich sehe aus wie jemand aus dem alten Ägypten. 
Anscheinend hat diese Hochkultur in dieser Dimension nie den Untergang gesehen und sich bis heute gehalten.

"Hör auf zu trödeln und komm endlich!", sagt Marina.
"'Tschuldigung." Ich ziehe an dem nun ziemlich schweren Krug und halte ihn umständlich vor meinem Bauch fest. Marina, meine Cousine, schwingt ihren elegant auf den Kopf und balanciert ihn darauf aus. Mit einem fragenden und genervten Blick schaut mich Marina an und macht sich auf den Rückweg.
Ich versuche es ihr gleich zu tun und als würde sich mein Körper dieser Dimension an diese Bewegung erinnern, gelingt es mir beim ersten Mal. Ich hole wohl öfters Wasser.
"Warte!" rufe ich ihr nach und versuche zu ihr aufzuschließen. Der Krug auf meinem Kopf rutscht etwas und mit ihm meine schwarzen Haare. Da bemerke ich, dass meine schwarzen Haare gar nicht mir gehören. Ich habe eine Perrücke auf? 
"Was zum Teufel?", kommt mir kaum hörbar über die Lippen. Wobei nein, mir kommt nicht Teufel über die Lippen sondern ich habe Anubis gesagt. Umständlich versuche ich wieder alles gerade zu rücken und flüstere dabei leise Wörter vor mich hin. Ich probiere noch einmal 'Teufel' zu sagen, was jedoch wieder in Anubis umgewandelt wird. "Oh mein Gott, was ist denn da los?" sage ich gedankenverloren und hier wird 'Oh mein Gott' zu 'Heilige Götter' und Sonne wird automatisch zu 'Sonnengott Ra'.

Ich folge Marina durch die Häuser auf ihrem Weg und wundere mich über die Umgebung. Es sieht fantastisch aus. Zwar staubig, heiß und ab und an kommt einem ein Geruch entgegen da muss ich mich zusammenreißen, doch ich scheine hier wirklich in der Hochkultur der Ägypter gelandet zu sein. Wahnsinn!
"Beeil dich! Sie wird bald zurück sein und wenn wir ihr das Bad noch nicht vorbereitet haben, gibt es ärger.", drängt mich Marina weiter. Anscheinend balanciere ich hier gerade irgendjemandes Badewasser auf meinem Kopf. Toll, ich bin also nicht Pharaonin.

Wir kommen zu einer riesigen Anlage mit wunderschönen Palmen und aufwendigen Verzierungen. Ich bemerke geschäftiges Treiben von vielen Menschen. Das hier kann nur der Palast sein. Ein "Wow!" kommt mir über die Lippen und Marina sieht mich skeptisch an. "Alles ok mit dir? Du benimmst dich komisch. Tu nicht so als würdest du das hier alles nicht sehr gut kennen!" Sie stieß mit ihrer Hüfte eine Türe auf und wartete darauf, dass ich ihr folgte. "Ja klar alles gut, hör auf zu meckern."

Nichts war gut. Denn mir fällt ein, ich habe absolut keine Ahnung, wie ich wieder zurück komme.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen